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Dienstag, 28. Dezember 2021

Wie wäre es mit weniger Challenge und mehr F*ck it?

Nachdem es mich gerade in der Küche in meinen Laufsocken fast filmreif hingelegt hat, kommen mir unglaubliche Lebensweisheiten in den Sinn…

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich springen seit etwa 3 Wochen auf allen möglichen Social Media Kanälen Challenges an. 100 Km bis Silvester zum Beispiel. Ihr wollt irgendein Kilometerziel bei Strava knacken. Damit eure Nachbarn, euer Arbeitskollege, Oma und auch der Hamster eures Schwarms es liest und sich denkt: „Geile Sau!“ Außer derjenige lebt abseits des metrischen Systems…. Dann … joa…. Habt ihr bis Silvester noch was vor, auch die Meilenzahl auf runde Tausender oder wenigstens Hunderter zu bringen (aber dann sind die Kilometer ungerade… ein Teufelskreis!!!!!).
Und schon jetzt in den Zwischentagen geht es an die Ernährungschallenges und Diäten. Abtrainieren und Abhungern jeder alkoholdurchtränkten Himbeere im Rumtopf. Und Jedes! Einzelnen! Lebkuchen! ;)
Oh, stimmt, geht ja alles ohne Hunger und Verzicht… darum grinsen auch sämtliche Werbegesichter und Influencer bis zum Arsch wenn sie ihren grünen Salat ohne Dressing anschauen.

Also, ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich hinterlässt 2021 ziemlich müde. Arbeiten im Gesundheitswesen ist ziemlich unentspannt und man verbringt in so semi-leitenden Positionen irgendwie viel Zeit damit, Menschen zu besänftigen, die angepisst sind, weil andere Menschen angepisst sind. Um dann von diesen anderen Menschen angerufen zu werden und diese auch zu besänftigen. Wir sind alle etwas dünnhäutig geworden. Und ganz ehrlich: das ist verständlich.
Unsere To-do-Listen werden gefühlt von Jahr zu Jahr voller, nicht nur im Beruf, sondern in allen Lebensbereichen. Manches macht man davon gern, manches muss eben (muss es das immer?) und manches macht man so, weil man es eben so macht.

Wird man ohne die 5 Kg, die einen schon immer stören, ein glücklicherer Mensch sein, bei dem sich alle anderen Probleme dank eines knackigeren Hinterns in Luft auflösen? Macht es mich besser, eine Kilometerzahl zu erreichen? Ist jetzt, nach diesem ziemlich fordernden Jahr, wirklich das was ich brauche noch mehr Herausforderung? Noch mehr To-Do?
Oder wäre es irgendwie befreiender, sich einfach mal auf die Schulter zu klopfen, dafür was man dieses Jahr alles geschafft hat? Anstatt eine neue To-Do-Liste für 2022 zu beginnen, die schon zu Hälfte mit unerledigten, zum Teil zu Recht aufgeschobenen Aufgaben von 2021 befüllt ist?


Wie wäre es, sich einfach Zeit zum Durchatmen und Neujustieren zu geben?

Einfach auch mal Dinge von diesen Listen streichen. Und so hart es klingt, vielleicht sind das Bekannte, mit denen man eigentlich gar nichts mehr unternehmen will, weil man auseinander gewachsen ist und es für beide Parteien ein Krampf ist. Vielleicht ist das ein Verein, bei dem man sich schon länger nicht mehr wohl fühlt und das Klima in den Vereinssitzungen eher an mexikanisches Frauenwrestling erinnert als an konstruktive Gesprächsführung.

Also vielleicht, nur als Idee, sollten wir einfach sagen: F*ck it! ... Scheiß drauf! Wichtig ist jetzt erstmal, Selbstfürsorge zu zeigen. Sich Zeit für sich und die, die einem am Herzen liegen zu nehmen. In den Körper und auch das Köpfchen hineinzuhören, was mir guttut. Wovon ich 2022 gern mehr hätte und mehr Zeit und Energie hineinstecken will. Wo ich mehr Raum für mich schaffen kann und will. Welche Wege vielleicht doch nicht perfekt für mich sind. Wo ich neu angreifen will, wenn ich mich ausgeruht habe. Und wo ein radikaler Wechsel vielleicht angebracht ist….

Und keine Sorge: keine Veränderung muss zum 1.1.2022 anfangen. Das ist das Gute an 365 Tagen: man kann immer einen neuen Weg einschlagen. Neue Gewohnheiten probieren. Oder einfach auch mal sagen: „Ver***te Sch**ße , ich hab’s versucht, es ist einfach der letzte Dreck.“ Und dann is auch gut. 

Entspannten Rutsch ins neue Jahr ;)