Sonntag, 3. Februar 2019

Warum ist deine Katze flauschiger als meine?.... oder so... Neid in diversen Ausführungen


Neid Produkttest Social MediaNeid empfindet sicher jeder irgendwann, egal auf wen und weswegen. Jeder kennt dieses 
"Dieses Bonbon, diese Schuhe, diesen heißen Typen hätte ich auch total gern. Warum die und nicht ich?"  Meine Meinung zu dem Thema und vielleicht ein kleiner Einblick, um einige Dinge etwas objektiver zu sehen








Ich gebe es zu: manchmal bin ich neidisch. Ja, ich wäre auch super gern so mental stark, 
dass mir auch nur beim Gedanken an Intervalltraining einer abgeht, ich mich von anderen, stärkeren, schöneren, schnelleren Läufern um mich herum nicht verunsichern lasse und in jedem 2. Satz das Wort „ballern“ verwende.


Ich hätte auch total gern einen von jeher stromlinienförmigen aber trotzdem weiblichen, perfekt schlanken Körper und würde den Satz „Es ist so furchtbar, meine Oberschenkel werden einfach nicht breiter, egal wie viel Chips und Schokolade ich esse!“ bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit von mir geben.


Und Fußnägel! Ich hätte gern alle, immer, vollständig, wunderschön french manikürt und nicht blau.



Leider ist das Leben nur kein Wunschkonzert und das Jammern gerade zugunsten des Textflusses auch etwas übertrieben. Ok, mental stärker wäre ich schon sehr gern.

Ich habe (glaube im MyMonk.de Podcast) mal das Zitat gehört, dass man sich, wenn der Neid in einem aufkommt, immer überlegen soll, ob man wirklich bereit ist, „das ganze Paket“ auf sich zu nehmen. Also alles, was zum Leben desjenigen dazugehört und was ihn dahin gebracht hat, wo er jetzt ist.
Würde man die ganzen Entbehrungen auf sich nehmen? Die Zeit investieren? Die vielen Stunden in Händen einer tschechischen Podologin verbringen?


Ich bekomme am Rande manchmal mit, wie viel Neid und Missgunst auf einigen 
sozialen Netzwerken und in manchen Foren rüberschwappt, wenn manche für Produkttests oder als "Markenbotschafter"  ausgewählt werden und andere nicht. 
Ich hatte nun das große Glück, die Polar Vantage V testen zu dürfen. Eine recht teure Multisportuhr (wen es interessiert: Testbericht hier) . Und ich war von den Reaktionen einiger Menschen auf Social Media echt betroffen. Natürlich haben Firmen verschiedene Vorgaben und Intentionen, wen sie zum testen auswählen und wen nicht. Das ist auch nicht das Thema. 

Neid Produkttest Social Media

Nur einige Worte dazu. In meinem Fall lag es nicht


an Bikinibildern - die einzigen Bikinibilder, die ich aktuell auf dem Handy habe zeigen mich, 
wie ich walgleich im schwarzen Meer versuche, mich trotz riesiger, wegrollender Steine aus dem Wasser zu hiefen... (hat eher so semi-gut geklappt) 

und


nicht an Möpsen – wenn ich mir einen Hund zulegen würde, dann wäre es ein Hund, der zumindest bis zu meinem Knie reicht .










Ich mag den Satz „Neid muss man sich erarbeiten“ nicht so recht. 


Neid Produkttest Social Media
Ich will keine Anerkennung, ich will einfach nur als normaler Mensch gesehen werden. Mit Stärken und Schwächen. Ein normaler Mensch, mit dem man reden kann.

Gerade das „erarbeiten“ sehen bei der Sache die wenigsten. Aber Neid ist schnell da. Sowohl beruflich, privat, als auch im Sport. 
Ich reiße mir seit Jahren den Arsch auf, sportlich dorthin zu kommen, wo ich (vielleicht auch noch nicht) bin. Und das neben der (nicht so unanspruchslosen) Arbeit. Ich bin Pendler, verbringe Montag bis Freitag mit nichts als arbeiten, 10 -12 Stunden Training, Essen und Schlafen. Unter der Woche habe ich vor Ort kaum soziale Kontakte und sehe meine Familie nur am Wochenende.
Mir geht es gut, ich bin zufrieden und ich will nicht jammern. Nur sollten sich manche Neidlinge vielleicht fragen, ob sie wirklich Bock auf dieses "gesamte Paket" hätte. Mit allen Einschnitten ins familiäre, freundschaftliche und gesellschaftliche Leben.


Macht hier mal eine Lesepause und denkt drüber nach.



Ein Grund, weshalb ich auch nicht bei allen möglichen fancy Treffen, Messen und Mini-
Wettkämpfen bin und mich bis jetzt nicht für die Teilnahme an den"Laufcrews" bekannter Laufschuhfirmen beworben habe. 

Die Teamtreffen, die Laufevents... Das klingt alles total spannend und macht sicher Spaß. Aber wenn ich die Wahl habe, nach 5 Tagen ohne meine Familie Zeit mit meinen Lieben zu verbringen oder diese Zeit anderweitig mit entfernten Bekannten zu verbringen, dann entscheide ich mich nunmal zu 99% für meine Familie.


Money, money, money....



Wenn die, die ständig rumjammern, dass man mit einem Blog alles nachgeschmissen kriegt, die Zeit, die sie mit Jammern verbringen, darin investieren würden, einen Blog zu führen und zu schreiben....

würden sie nix mehr zu jammern haben und feststellen, dass ein Blog Garant für garnix ist. Und dass man (zumindest in meinem Fall), falls es einem nur ums Geld gehen sollte, besser daran täte, die Zeit die man in schön durchformulierte Posts im Blog, auf Insta und Facebook steckt, in einem Nebenjob an der Supermarktkasse oder beim Kellnern zu verbringen.


Aber um Geld geht es mir nicht (Surprise! ) . Nicht im Job, nicht in meinem Blog und auch sonst nicht. Ich schreibe gern wenn es die Zeit hergibt. Mein Hang zum Perfektionismus macht es mir manchmal nicht leicht, Artikel so schnell wie ich es gern hätte fertigzustellen. Außer Kommasetzung die, kann, ich irgendwie nicht. ;)

Darum (also nicht wegen der Kommasetzungsproblematik) bin ich derzeit mehr auf Instagram als auf meinem Blog vertreten.


Wenn ein Produkt mich sehr interessiert und es die Möglichkeit gibt, bewerbe ich mich, um es zu testen. Aber ich schreibe nicht ständig Firmen an um nach einer Packung Müsli zu betteln. Da ist mir meine Freizeit einfach zu wichtig. Und mein Anspruch an meine Posts ist einfach zu hoch, um einfach irgendeinen Produktrückblick „hinzurotzen“ . Was ich mache, das mache ich ordentlich.



Ich bin derzeit einfach mehr auf Instagram vertreten, weil ich das Format interessant finde. Nein, ich meine nicht den Trend, hübsche Mädchen zu filmen, während sie Unmengen Asia-Essen mit den Händen essen. (was ist das für ein crazy Fetisch?!)

Und auch stehe ich nicht so auf die Bilder von US-Läufer-Sternchen, die bei starkem Schneefall in Unterwäsche (aber mit Handschuhen) und mit offenem, wehendem Haar laufen gehen (hier treffe ich solche nie beim Laufen.... komisch).


Ich mache gern Fotos, finde die Textlänge angenehm und habe (zumindest bei meinen Followern) nur gute Erfahrung gemacht. Ich bekomme nette, aufmunternde Worte und muss mich nicht für alles erklären und rechtfertigen. Ich muss keinen Menschen, die ich nur virtuell kenne, mein Leben bis ins Kleinste erklären und mich nicht mit von beiden Seiten missverstandener Ironie befassen. 
Ironie und Sarkasmus kommt im Schriftform schlecht rüber. Und ich habe schon im echten Leben so meine Probleme damit. Da brauche ich das nicht noch virtuell. 
Neid Produkttest Social Media
Ganz nach dem Prinzip: Sag was nettes oder sag nichts.
Das ist natürlich keine Lösung für alle Gespräche und alle Arten von zwischenmenschlicher 
Kommunikation. Für Beziehungen, die nicht so eng sind, bei denen man nicht wirklich viel über das Gegenüber weiß vielleicht eine gute Gesprächsgrundlage. Entweder um sich besser kennen- und verstehen zu lernen und sich dann vielleicht ein differenzierteres Urteil bilden zu können. Oder um einfach friedliche Koexistenz ohne unnötige Aggressionen pflegen zu können.


Ich möchte mein Leben so gut es geht mit Menschen und Dingen verbringen, die mir gut tun. Die mich immer einen Tick glücklicher und ausgeglichener machen. Und so werde ich das auch beibehalten :)