Dienstag, 12. Mai 2015

Ernährungsformen... Wald vor lauter Bäumen.... und so

HCLF, nein! LCHF! Und du fragst dich: WTF????


Wie soll ich meine Ernährung aufbauen?Ernährungskonzepte gibt es wie Bäume im Wald....
oder Fische im Meer. 
Nur dass sich die Fische (ok, außer, wenn sie sich fressen) gegenseitig in Frieden lassen. Das klappt bei der Ernährung leider nicht. Auf Vegan, Vegetarisch oder Omnivor will ich jetzt gar nicht explizit noch eingehen... sondern mir geht es um die großen Zauberworte der Ernährungsformen unserer Zeit.










Irgendwie meint jeder Anhänger einer gewissen Ernährungs“art“, dass seine Ernährungsweise "the one and only" ist und alle anderen die Menschen auf kurz oder lang krank machen oder gar töten. 

Um nur einige Überbegriffe zu nennen
  • High Carb, Low Fat (viele Kohlenhydrate, wenig Fett)
  • Low Carb, High Fat (wenig Kohlenhydrate, viel Fett & Proteine)
  • Paläo („Steinzeiternährung“ mit viel Fleisch und Gemüse)
  • No Carb, also ketogene Ernährung ( fast keine Kohlenhydrate)
  • 80-10-10 (80% der Kalorien aus Kohlenhydraten, je 10 % aus Fett und Eiweiß, das ganze meist auf vegan oder rohköstlich)
  • und viele andere

Ganz extrem ist es mir bei einem Buch von Dr. Strunz aufgefallen, welches eine liebe Arbeitskollegin herumliegen hatte. Ich las mal rein und war von dieser, über jeden Zweifel erhabenen, Überzeugung von der eigenen Ernährung echt geplättet.
Ich habe mir aus Neugier nach meinem Saltin-Diät Versuch ein kleines Büchlein über 
No- Carb- Smoothies von Dr. Strunz zugelegt (Rezension folgt) und auch darin wird einem die Verdummung und der Tot, verursacht durch Kohlenhydrate angedroht, wenn man sie in mehr als nur in Mini-Portionen zu sich nimmt. (Nein, es war kein Scherz!).
Sollte jetzt ich Angst haben, wenn ich 5 Bananen esse? 

Was hat Albert Einstein gegessen?
Warum sieht das Müsli so brav und unschuldig aus, wenn es mir angeblich nur böses will?
Fragen über Fragen...

Die Geschichte lehrt uns.... in jedem Fall Verschiedenes


Es fällt mir nicht leicht, eine objektive Meinung zu diesem Thema aus der Geschichte zu ziehen.
Wir sind mit Menschenaffen verwandt, die sind vorwiegend Pflanzenfresser. 
Die Steinzeitmenschen aßen Gesammeltes (Beeren, Gemüse) und Fleisch und überlebten ganz gut (Trotzdem? Deswegen? Who knows?) . 
Das Fleisch Essen wurde beibehalten, die Schichten, welche es damit übertrieben (Reichere) bekamen dann im Mittelalter schon ganz gern Gicht oder andere „Wohlstandskrankheiten", die Bauern hatten nur selten Fleisch, keine Wohlstanderkrankungen, aber wurden aus anderen gesundheitlichen Gründen nicht recht alt.
Heute ist Fleisch zum Teil billiger als Gemüse, fast jeder kann es sich in der westlichen Gesellschaft leisten. Mit den sichtbaren Problemen und Krankheiten.
Getreide mit dem hohen Kohlenhydratanteil war schon früher Hauptnahrungsmittel, und ist es noch heute. Einige Naturvölker ernähren sich hauptsächlich von kohlenhydratreichem Brei.
Kann also eine kohlenhydratarme, fleischreiche Ernährung gut für uns sein, wenn gerade in Asien, mit hohem Anteil an Kohlenhydraten, die ältesten Menschen leben?
Erscheint mir unwahrscheinlich. Bei allen Kritiken an der China Study von T. Colin Campbell leuchtet mir vieles daraus ein.
Macht es Sinn, die eigene Ernährung an dem zu messen, was in der Steinzeit gegessen wurde?
Die geschätzte Lebenserwartung damals war damals etwa 30 Jahre . Ja, über Krebserkrankungen damals ist kaum etwas bekannt. Aber das Alter wurde auch nicht erreicht, um großartig Tumore zu entwickeln.
Die Ernährung hat sich über die Jahrhunderte und Jahrtausende verändert, und mit ihr auch, ob wir wollen oder nicht, unser Körper und Verdauungstrakt.
Auch bei Hunden, die ja von den Wölfen abstammen, ist das zu beobachten. Sie haben einen anderen Körper, eine andere Verdauung und eine andere Ernährung als Wölfe.


Das eigene Leben und die Umgebung spielen eine wichtige Rolle.


Ich will keine Ernährungsansicht prinzipiell ablehnen, denn, muss man nicht selber damit klar kommen und das ganze in sein Leben integrieren können? Glücklich sein und gesellschaftliche Kontakte sind ja auch ein wichtiger Bestandteil des Lebens .
Daher finde ich, dass es sehr schwer zu schaffen ist, eine recht extreme Ernährungsumstellung durchzuhalten, wenn das Umfeld nicht mitmacht und man selbst noch etwas unsicher ist, ob es das richtige für einen ist.

Hop oder Top?


Geht nur eins davon? Muss ich mich für eins entscheiden?
Ich glaube nicht. Es gibt Millionen Menschen, die einfach das Essen, was sie essen ohne dem ganzen einen Namen zu geben oder sich um Nährstoffgehalte zu sorgen. So soll es ja auch sein, der gesunde Körper sagt einem schon, was es gern hätte. Viele haben das leider verlernt. 
Und irgendwie ist jeder Mensch, jedes Leben, jeder Körper anders. Was dem einen gut bekommt muss dem anderen nicht auch bekommen. Klar gibt es Nährwerte und Nährstoffgehalte, die man irgendwie zu sich nehmen sollte. Aber wer erfüllt die schon täglich zu 100%? Wichtig ist, dass man über längere Zeit gemittelt ausgewogen isst.

Wichtig für mich, wie ich mich ernähren will, waren am Ende diese Fragen:


  • Ist diese Ernährung für mich verträglich? Esse ich das gern? Sind auch alle Lebensmittel enthalten, die ich mag?
  • Tut sie meinem Körper gut? Wie ist meine Haut und Verdauung dabei?
  • Wie viel tierisches ist beinhaltet? Und wie viel tierisches will ich überhaupt konsumieren?
  • Wie sind die Auswirkungen auf die Umwelt? Wo kommt mein Essen her?
  • Ist die Ernährung mit meinem Privatleben und meiner Familie vereinbar?
  • Ist diese Ernährungsform für mich auf Arbeit und auf Reisen umsetzbar?
  • Tut sie mir für den Sport gut?
  • Schlafe ich mit ihr genug und gut?
  • Was passiert, wenn ich mich mal nicht daran halte? Kehre ich ohne Druck und Angst zu dieser Form der Ernährung zurück?
  • Ist es natürlich? Oder benötige ich viele Nahrungsergänzungsmittel?

Diese Fragen finde ich, im Bezug auf meine Ernährung wichtig. Es ist leicht, schnell mit etwas anzufangen, was einem von Zeitschriften oder Bekannten aus die neue Super-Ernährung verkauft wird, mit den angepriesenen Vorteilen

  • jünger Aussehen
  • Essen, so viel man will, ohne zuzunehmen
  • Fernbleiben von Krankheiten
  • schneller Muskelaufbau
  • und, und, und .... die Liste an Versprechungen kennt kein Ende


Nur ist es meist nicht ganz so einfach und vieles ist einfach gute Werbung.
Ich versuche mir selbst auch immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, bei allen noch so verlockenden Versprechen:
Bleib kritisch, wenn es zu verlockend klingt und schalte deinen eigenen Kopf ein, bevor du jedem Versprechen nachläufst.

Wie halte ich es selbst mit der Ernährung?


Wie ich es im Bezug auf vegan oder vegetarisch halte, könnte ihr im passenden Post lesen.
Im Bezug auf meine sonstige Ernährung bin ich recht entspannt geworden. Ich probiere gern etwas aus (Saltin-Diät, Banana Island....), wenn es mir logisch erscheint, denn ich bin einfach neugierig.
Aus meinen Versuchen ziehe ich dann das für mich heraus, was mir etwas bringt.
Ich versuche, mehr auf meinen Körper zu hören, was mir gut tut und was er braucht. 
Das klappt immer besser und gibt mir etwas Selbstvertrauen, nicht auf jeden neuen Ernährungsmythos fliegen zu müssen.

Wie macht ihr das? Kommentare? Meinungen? Immer her damit :)