Freitag, 9. Dezember 2016

Meine Knochenmarkspende und das Laufen danach

Angesichts der Radio PSR Spendensongs mit Hilfe derer zur Zeit Spenden und Knochenmarkspender für krebskranke Kinder und deren Familien gesammelt werden, möchte ich hier nochmals meinen Blogpost über meine Knochenmarkspende bekannt machen. ;)  Ich hoffe sehr auf eure Mithilfe.... Darf geteilt, geliked und kommentiert werden ;)
Ich weiß, es ist ein recht ernstes Thema, aber mir liegt es am Herzen. 






Ich habe im November 2014 Knochenmark gespendet über die DKMS. 
Ein Tag, der mein Leben wirklich verändert hat, denn ich habe einer mir fremden Frau geholfen, zu überleben.
Ich habe echt nicht viel getan und trotzdem viel geholfen... ihr könnt das auch. 

Und Laufen geht danach umso besser ;) .


Wie es zur Spende kam



Ich war schon seit Jahren bei der DKMS registriert, nachdem ich mal ein zufälliges Gespräch mit einem ehemaligen Leukämiepatienten hatte, der in seiner Jugend eine Knochenmarkspende erhalten hatte und jetzt gesund war. 
Weitere Informationen auf der Seite der DKMS.
Mein letztes Jahr war etwas stressig und der Brief, dass ich eventuell ein passender Spender sein könnte kam in einer recht ungünstigen Zeit. 
Aber es stand für mich immer außer Frage, dass ich, wenn ich passe, auch spende.





Die Voruntersuchungen


Nach einigen Blutabnahmen beim Hausarzt wurde ein Untersuchungstermin im Oktober 2014 bei Cellex in Dresden mit mir ausgemacht. Keine Woche nach dem Dresden Marathon... die Striemen vom Brustgurt riefen ein Lachen der Ärztin hervor. 
Aber es klappte alles, so, dass ich Mitte November 2014 einen Termin für die Knochenmarkspende in Dresden erhielt. 
Bei mir musste, aufgrund der Anforderungen für meinen Patienten, für die benötigten Stammzellen ein Teil des Knochenmarks aus dem Beckenkamm entnommen werden. Das ist aber nur in sehr wenigen Fällen nötig, meist können die Zellen über das Blut herausgefiltert werden. 
Knochenmark ist im Übrigen KEIN RÜCKENMARK. Knochenmark bildet Blutzellen und befindet sich in den großen Knochen des Körpers. Das Rückenmark hingegen sind Teile der Nerven in der Nähe der Wirbelsäule, also etwas ganz anderes und weit weg. 


Die Entnahme


Mir wurde das Knochenmark in Vollnarkose entnommen über 2 Mini-Einstiche im Beckenkamm (wer nicht weiß, wo: unterhalb der Arschgeweihregion ;) ). 
Es waren keine Nähte nötig und bereits 2 Monate später waren die Stellen nicht einmal mehr zu tasten. Die Narkose vertrug ich super, selten so gut geschlafen. 

Bei der peripheren Stammzellspende (Entnahme mit dem Blut aus der Vene) werden andere Blutbestandteile dem Körper zurückgegeben.  Nach einer Anregung der Bildung dieser Zellen durch Spritzen werden die Zellen über einige Stunden, ähnlich wie bei der Blutspende, entnommen. Dadurch geht praktisch nicht viel an roten Blutzellen und anderem verloren. 

Bei Spende über den Beckenkamm (wie sie bei mir durchgeführt wurde) wird hingegen bis  etwa 1,5 l (je nach Körpergewicht des Spenders) Knochenmark – Blutgemisch entnommen. Der Körper bildet das schon nach, aber man merkt in den Tagen danach einfach, dass etwas fehlt. 


Die Zeit direkt nach der Spende


1 Tag nach der Entnahme wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Ich war eine Woche nach der Entnahme noch krank geschrieben und lag viel auf dem Sofa rum, war ja auch Herbst und widerlich draußen. 
Der Arzt im Krankenhaus sagte mir, ich solle zumindest solange ich krank geschrieben bin, mit Sport warten. Und danach würde es wie in Zeitlupe sein. Und er hatte recht. Zur Wiederherstellung der normalen Anzahl der roten Blutkörperchen (die Kerlchen, die den Sauerstoff transportieren) nahm ich Floradix Kräuterblut ein, was mir bei Eisenmangel ganz gut hilft. 
Ich hatte kaum Schmerzen, hatte in der Zeit nach der Entnahme gerade mal 1 Ibuprofen genommen. 


Laufen nach der Knochenmarkspende


Ich lief 1 Woche nach der Entnahme das erste Mal meine 6 km Hausrunde... und klebte förmlich am Boden. 
Aber es wurde Tag um Tag besser. 
2 Wochen nach der Spende lief ich den ersten 20 Km Longrun, nicht recht schnell, aber passabel. Bergauf ging noch sehr schleppend, aber das wurde von Mal zu Mal besser.
Nach etwa 2 Monaten war alles wieder beim alten, auch vom Körpergefühl her. 
Und falls ihr euch fragt, wie das sich auf die Leistungen auswirkt: ich bin, nach der Regeneration, scheller als zuvor. Liegt vielleicht auch am Training. Aber es hat zumindest nicht geschadet.



Meine Meinung zur Knochenmarkspende


Man braucht wirklich keinen Mut oder ähnliches dazu, das ist nicht schlimm. 
Man ist meist die letzte Chance für den Patienten! 
Im Dezember 2014 erhielt ich die Nachricht, dass es meiner Patientin besser geht und sie aus dem Krankenhaus entlassen worden ist. Es war so ein unglaublich schönes Gefühl, einem Menschen geholfen zu haben. 

Ich weiß, dass eine derartige Spende nicht immer in der perfekten Situation auf einen zu kommt, egal ob privat, beruflich oder sportlich, irgendwie gibt es immer Gründe, die einen vielleicht dazu verleiten könnten, zu sagen, dass man nicht kann, oder nicht will. 
Oder man lässt sich von der Sorge der eigenen Angehörigen durcheinander bringen, die sich wegen des kleinen Eingriffes um einen sorgen. 

Ja, es sind kleine Risiken dabei. Nicht viele, aber schief gehen kann immer etwas. 
Aber mir kann auch auf dem Weg zur Arbeit etwas passieren, nur damit helfe ich keinem. Jeder muss solche Entscheidungen selbst treffen, aber für mich steht fast: 

Ich würde es wieder tun! Manchmal muss ein Spatz tun, was ein Spatz tun muss. ;) 

Wenn jemand aus meiner Familie, von meinen Freunden oder ich selbst einen Stammzellspender suchen würden, dann wäre ich auch überglücklich, einen Spender zu finden. Denn es gibt auch heute noch viele Patienten, die sterben, weil sie keinen passenden Spender finden. 
Dabei ist es so einfach, sich zu registrieren und zu spenden. Die Organisation der Spende und die Betreuung davor und danach war super, sowohl von Cellex, als auch der DKMS.
Weitere Informationen, wie man Spender wird bei der DKMS.

Versetzt euch in die Situation und ihr habt die Antwort auf Zweifel ;).



Wenn du noch Fragen diesbezüglich an mich hast, frag einfach, gern auch per Mail (Adresse im Impressum) und ich antworte so gut ich kann.