Samstag, 18. April 2015

Laufbericht: Göltzschtal - Lauf 2015

  • Datum: 11.04.2015, Start 11:00 Uhr 
  • Streckenlänge: Marathon ( es gab auch Halbmarathon, 10 Km und 5 Km)
  • Streckenbeschaffenheit:  Belag ca. 50% Parkwege, ca. 50% Asphalt, recht flach
  • Anzahl der teilnehmenden Sportler: insgesamt über 450
  • Würde ich ihn nochmal laufen? Ich glaube nächstes Jahr wieder den Halbmarathon
  • Weitere Infos: http://www.goeltzschtallauf.de/

Nachdem der Göltzschtal Lauf letztes Jahr als Laufanfänger mein erster Halbmarathon ever war und super Spaß gemacht hat, wollte ich dieses Jahr dort den Marathon laufen als Frühlingsmarathon. Den Laufbericht zu 2014 gibts hier.

In der Woche vor dem Lauf lag noch Schnee, am Tag des Laufes waren 25°C gemeldet. Da ist ja allgemein bei Wettkämpfen eher auf Nieselregen und 10 °C stehe, wusste ich, dass es mir etwas warm werden würde.

Die Strecke geht an einem Bach entlang und ist beim Marathon 2 Mal zurückzulegen, also 2 mal hin und zurück
(wie drückt man das besser aus?).
Für das Erzgebirge ist die Strecke recht flach, für's Flachland etwas bergig. Es waren 395 Höhenmeter laut meiner Garmin Forerunner 220, das hatte ich vom letzten Jahr garnicht so auf dem Plan, da hatte ich die Uhr aber auch noch nicht.
Ist nicht viel ( der Drei - Talsperren - Halbmarathon hat etwa so viel auf nur 21 Km), aber im Vergleich zum Dresden Marathon mit nur 108 Höhenmetern ist es schon ein deutlicher Unterschied. Der mir aber während des Laufes und bei meiner Zeitplanung vorher nicht klar war.... Sehr schlau, Spatz, sehr schlau!

Ich hatte in der Woche vorher sehr schlecht geschlafen, so dass ich mich entschied, den Tag davor Urlaub zu nehmen um mich auszuschlafen. Meine Erkältung von 2 Wochen vorher war zu Glück weg, ich war bis Montag vor dem Lauf nicht sicher, ob ich ihn laufen würde.
Gut ausgeschlafen und mit Kohlenhydraten vollgepumpt wachte ich Samstag Morgens beim ersten Weckerklingeln auf. Schälte mich aus dem Bett und machte mich fertig.
Als Frühstück gab es Kaffe und Reis mit Banane (Bananaaaa...! ;) ). 

Ich hatte meinen Kram schon am Abend vorher zusammengestellt. Morgens verpeile ich ohnehin schon genug...
Thoni Mara, Asics, Garmin, Nathan, CEP


Ich packte meine Gelpäckchen (selbstgebraut, Rezept folgt) ein und füllte die Trinkblase des Rucksacks.
Im Bad verlor ich dann, wie immer, zu viel Zeit (Frauen... ) und fuhr 25 Minuten später als geplant los. Dort angekommen war der nähere Parkplatz natürlich voll und ich musste in die Parkwiese fahren... Panik kam auf, dass ich mit dem Unterboden aufsetze und nicht weiterkomme und zu spät bin und, und, und....
Aber alles ging gut, Auto stand sicher, ich holte meine Unterlagen ab, machte meinen Trinkrucksack und so weiter fertig, ein letztes Angstpipi und dann an den Start.
Natürlich schauten mich viele etwas verwirrt wegen des Trinkrucksacks an, aber ich war nicht die Einzige, also was soll's. 

Denn ich muss zugeben, in Dresden letztes Jahr war das trinken mein Problem.
Ich war erstens: zu blöd zum trinken.
Obwohl ich es schon öfters geübt hatte, auch bei Läufen, ich verschlucke mich einfach gern, oder ich kippe mir das Zeug aus Versehen einfach ins Gesicht. So, dass zu wenig im Magen ankam.
Und wenn ich mich verschlucke beim Laufen, klinge ich so schlimm, dass mich alle um mich herum völlig erschrocken mustern und wahrscheinlich schon einige das Intubationsbesteck zücken wollen...
Zweitens komme ich wenn ich einmal gehe nur schwer und viel zu langsam wieder ins Laufen, i
st rein psychisch, ich weiß, aber trotzdem unpraktisch...
Dieses mal wollte ich dank des Trinkrucksacks kontinuierlicher trinken und mich unabhängiger von den Ständen machen.

Der Startschuss kam und die Meute wälzte sich das Göltzschtal hinunter. War recht voll, nach 2 Km hatte ich aber dann meine Geschwindigkeit ( so zwischen 5:30 und 5:40 ) und einen Mitläufer der mit mir auf einer Höhe war (bis fast km 20, lustig wars ;) ).

Bei Km 5 war die Wende der 10 Km Läufer... und die wurden so unvermittelt langsamer und bogen ab, dass wir 4-5 danach Laufenden fast über sie stolperten. Dann war die Strecke leerer und der Hügel kam. Doofer Hügel... und über den musste ich ja insgesamt 4 mal  drüber.
Das erste Viertel  ging bergab ( bis auf den Hügel) und lief super. 

Wende war in Mylau mit wunderschönem Blick auf die Burg. Wieder hoch nach Lengenfeld ging es schwerer, aber ok. Ich war nach 2:00:40 am Halbmarathonpunkt, und fast alle um mich rum liefen nur den.
Also war ich dann allein. Ich stöpselte Musik ein und trottete weiter. Und ich merkte, dass ich mein Zeitziel nicht halten würde können. Unter 4 Stunden... bei der Strecke an dem Tag... ging nicht.
Aber was soll's ich lief einen Großteil der  2. Hälfte ständig hinter 2 Läufer - Paaren her, weshalb ich mich nicht ganz so einsam fühlte. 

Die Streckenposten und Getränkestände waren super nett. es gab mehr als genügend davon mit Wasser, Cola, Tee sowie Banane und Keksen.
Ich trank etwas Cola von dort und kühlte mich mit dem Wasser. Festes Essen mag ich während der Läufe nicht so, wer mich kennt, kennt mein Problem mit dem kauen ;).
Etwa ab Km 35  war ich allein und sah keinen mehr vor mir...und es begann weh zu tun.
Das ist der Zeitpunkt, wo ich menschliche Zusprache am meisten brauche, denn jetzt wird's schmerzhaft.
Normalerweise hilft mir Musik dabei, nur "Tragedy + Time" von Rise Against ( sonst meiner Lieblingsband ) hat definitiv den falschen Wortlaut im Text für diesen Teil eines Marathons.
"
Nothing matters but the pain when you're alone" .... ja, stimmt grad voll und ganz, ist das nicht negative Suggestion? Jedenfalls tat jedes "pain" nochmal derbe in den Beinen weh.

Ich wurde von meinem Mann kurz vor dem Ziel  auf der Strecke begrüßt und brachte das Ganze in 4:15:irgendwas zu Ende.
Trotzdem war ich sehr glücklich und trank mich im Ziel erstmal durch das Getränkeangebot.
Nach einiger Zeit war die Siegerehrung ein schöner Lauftag ging zu Ende (ok, zumindest der Laufteil ging zu Ende).


E
s war wieder sehr schön in Lengenfeld. Gut organisiert, alle waren freundlich und wir haben nach dem Ende das Laufes noch einige schöne Gespräche geführt.